Juli 14, 2015

Forschung

Die Forschungsaktivitäten in meiner 40 Jahre andauernden Tätigkeit, davon 20 Jahre als Abteilungsleiter der klinischen Abteilung für Allgemeinchirurgie, bezog sich praktisch ausschließlich auf das Forschungsgebiet Mammakarzinom.

Publikationen

Bereits in meiner Anfangszeit am AKH war mir bewusst, dass die Verbreitung des Wissens in erster Linie in Form von wissenschaftlichen Publikationen zu erfolgen hat. Meine erste Arbeit habe ich gemeinsam mit Stefan Wuketich im Jahre 1978 verfasst. Inzwischen sind hunderte Arbeiten erschienen. Eine Auswahl meiner Publikationen in onkologischen und anderen medizinischen Fachzeitschriften finden Sie hier.

Vorträge

Am Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Klinik für Chirurgie war es mir ein Anliegen, sowohl eigene wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse öffentlich zu präsentieren, als auch im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen den Wissensstand und auch die eigene Sicht zu bestimmten Problemen vorzustellen.

Ich habe meine wissenschaftlichen Erkenntnisse in Vorträgen auf allen fünf Kontinenten präsentiert. Höhepunkte der internationalen Präsentationen waren Vorträge beim amerikanischen Krebskongress (ASCO) und am jährlichen San Antonio Breast Cancer Symposium.

Studiengruppe (ABCSG)

Nach der Gründung der Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group und der Konzentration auf randomisierte klinische Studien Mitte der 1980er gelang es österreichweit eine Forschungsaktivität zu etablieren, die in den Spitzenzeiten mehr als 50% aller Patientinnen mit Brustkrebs in Österreich rekrutieren konnten.

Aus der ABCSG war eine Studiengruppe mit Weltruf geworden, die maßgeblich an wesentlichen Entwicklungen der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Brust- und Darmkrebs beteiligt war und zu neuen Therapiemaßnahmen geführt hat. Es entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit mit internationalen Brustkrebszentren und die Teilnahme an mehreren Konsensuskonferenzen. In Folge dessen kam es zu einer Einladung in viele internationale onkologische Gesellschaften und editorial boards internationaler onkologischer Zeitschriften.

Über 20 Jahre leitete ich die ABCSG als Präsident. Bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse und Aktivitäten umfassten z.B.:

  • eine signifikante Steigerung der Anzahl der brusterhaltenden Operationen,
  • die Unterscheidung zwischen Patientinnen mit hormonabhängigem und Patientinnen mit hormonunabhängigem Mammakarzinom und auf dem Rezeptorstatus basierende verschiedene Therapiestrategien,
  • die Implementierung der Chemotherapie vor der Operation (sog. präoperative Chemotherapie),
  • die Bedeutung des Wächterlymphknotens zur Vermeidung einer kompletten axillären Lymphknotenentferung,
  • die Nachsorge von Patientinnen mit Brustkrebs,
  • die Etablierung des Stellenwertes von Aromatasehemmern nach erfolgter Operation.

Viele der in diesem Rahmen erarbeiteten Maßnahmen führten zu einer deutlichen Qualitätsanhebung der Behandlung von Brustkrebspatientinnen. Grundlage dieser Bemühungen ist die mit anderen Fächern – der internistischen Onkologie, Gynäkologie, Strahlentherapie und Pathologie – gelebte Interdisziplinarität.

Auszeichnungen

Ich hatte die große Ehre, 2005 mit dem Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Pleven in Bulgarien ausgezeichnet zu werden, sowie 2007 mit einem Ehrendoktorat der Universität St. Petersburg.

Im Jahr 2015 erhielt ich vom damaligen Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Dr. Reinhold Mitterlehner, das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.